„Abortion pill reversal“ – APR
Abtreibungsbefürworter wollen Abtreibung ungehindert anbieten, Schutz für das Kind sowie Informationen unterbinden und vorherige Arztkontakte als nicht erforderlich darstellen. Eine Abtreibungspille erscheint verlockend: Die Frau kann sie einnehmen und das Kind „ausstoßen“. Die Realität sieht anders aus: Das „Ausstoßen“ ist eine blutige Angelegenheit, mit der die Frau alleingelassen wird. Bei bis zu 10 % führen starke Blutungen zu Notfallvorstellungen in Kliniken, ggf. mit operativer Ausschabung unter unsicheren Notfallbedingungen. Dennoch wird die chemische Abtreibung beworben und vorangetrieben, in Skandinavien sind 80 % der Abtreibungen chemisch. Der Mechanismus: Die Versorgung des Kindes wird verhindert, indem man das Gelbkörperhormon Progesteron bzw. dessen Wirkung blockiert. Das vorgeburtliche Kind wird nicht weiter ernährt und stirbt ab.
Ärzte in den USA haben eine Methode entwickelt, diese Wirkung rückgängig zu machen: Wenn das Progesteron unterdrückt wird, kann man Progesteron in höherer Dosis zuführen, um die Wirkung der Abtreibungspille zu neutralisieren. Allerdings: Je mehr Zeit nach Einnahme der Abtreibungspille vergeht, umso geringer ist der Erfolg der APR. Außerdem wird nach 24 bis 48 Stunden ein weiteres Medikament für die Ausstoßung des Kindes gegeben. Nach dessen Einnahme ist eine Umkehr meist nicht mehr möglich. Für Frauen, die sich doch für ihr Kind entscheiden, hat die Progesterongabe nach der ersten Pille gute Erfolge. In Deutschland bietet die Beratungsstelle vitaL in Zusammenarbeit mit Fachleuten schnelle Hilfe an (0800/36 999 63).
Die APR provoziert Widerstand auf der „anderen Seite“. Die Taktik ist, die APR mit angeblichen Risiken in Verruf zu bringen.
Natürlich ist kein Medikament risikofrei, doch die Risiken der Abtreibungspille sind deutlich höher. Bei der APR wird zugeführt, was durch die Abtreibungspille fehlt: Progesteron, ein Hormon, welches gerade zu Beginn der Schwangerschaft in hoher Dosis im Körper selbst produziert wird. Auch bei Fehl-, Frühgeburtsrisiko oder vorzeitiger Wehentätigkeit wird Progesteron eingesetzt. Es ist ein so genannter „off label use“, doch mit beeindruckender Sicherheit ohne bisher bekannte Risiken für Schwangere oder ihre Kinder. Zudem werden bei erfolgreicher APR Blutungskomplikationen verhindert, das Überleben des Kindes wird ermöglicht. Natürlich soll ein Arztkontakt mit Kontrolle stattfinden. Doch gibt es keine medizinischen Gründe, die diesem Einsatz von Progesteron entgegenstehen.
Dr. med. Michael Kiworr, Vorsitzender Treffen Christlicher Lebensrechts-Gruppen e.V.