Klimawandel für das Leben schaffen

Ja zum Menschen von Anfang an.

Klimawandel für das Leben schaffen
Ja zum Menschen von Anfang an.

Liebe Freunde des Lebensrechts,

ein Klimawandel im Lebensrecht: Diese Begriffsanregung von Elisa Ahrens, der Geschäftsführerin der Stiftung Ja zum Leben aus der letzten Sendung Perspektive Leben bei EWTN (siehe unten) greifen wir gerne auf, denn das ist es, was wir brauchen.

Die neue republikanische Regierung in den USA sieht das offenbar auch so. In den neun Tagen seit Regierungsbeginn wurden unter anderem 23 Menschen begnadigt und aus der Gefängnishaft entlassen, die nichts anderes getan hatten, als öffentlich für das Lebensrecht einzutreten und aufzutreten. Außerdem wurden finanzielle Mittel für die Abtreibungsorganisation Planned Parenthood gestrichen und es werden Entwicklungshilfegelder daraufhin geprüft, ob sie wirklich für humanitäre Zwecke verwendet oder zum Beispiel für Abtreibungspropaganda und -programme zweckentfremdet werden. 

Im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages findet heute eine Anhörung zum Thema Widerspruchsregelung bei der Organspende statt. Möglicherweise wird die Änderung von der aktuellen Entscheidungsregelung (man entscheidet sich bewusst dazu, Organspender zu sein) zur Widerspruchsregelung (jeder ist automatisch Organspender, außer er entscheidet sich bewusst dagegen) noch in den letzten beiden Bundestagssitzungen am 10. und 11. Februar angestrebt. Einen thematisch vertiefenden Artikel zur gängigen Hirntoddefinition finden Sie in diesem Newsletter. 

Die Organspende und der Hirntod sind, ebenso wie alle anderen relevanten Bereiche des Lebensrechts, auch Thema bei unserem II. Leben.Würde-Kongress, den wir gemeinsam mit dem Schönblick und idea als Veranstalter vom 09.-11.05.2025 durchführen. Der Kongress dient der Fortbildung und Diskussion, der Vernetzung und der Präsentation von Vereinen und Initiativen. Dazu laden wir herzlich ein!

Und nicht zu vergessen: Am Samstag, dem 20. September, findet in Berlin und zeitgleich in Köln unser nächster Marsch für das Leben statt.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und danken für jede Unterstützung!

Ihre
Alexandra Maria Linder M.A.
Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.


❗ Für das Lebensrecht öffentlich und friedlich einstehen

Höchststrafe: Priester für Protest gegen Abtreibungsklinik zu Gefängnis verurteilt
Der katholische Priester und Abtreibungsgegner Pater Fidelis Moscinski, CFR, ist wegen Blockierung des Zugangs zu einem Abtreibungszentrum von Planned Parenthood durch das Anbringen von Schlössern und Ketten am Eingangstor zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Richter Steven Tiscione verhängte mit sechs Monaten die Höchststrafe für dieses Verbrechen. Moscinski wurde für schuldig befunden, gegen das Gesetz über den freien Zugang zu Klinikeingängen (Freedom of Access to Clinic Entrances - FACE) verstoßen zu haben, das schwere Strafen für die Behinderung des Zugangs zu einer Abtreibungseinrichtung oder einem Schwangerschaftszentrum vorsieht. “Meine Handlungen ... geschah, weil Planned Parenthood eine Organisation ist, die im Geschäft des Tötens tätig ist”, sagte Moscinski dem Richter und bat um eine milde Strafe, wie die Pro-Life-Organisation Red Rose Rescue mitteilte. Obwohl der Priester Mitglied von Red Rose Rescue ist, betonte die Organisation, dass sein Versuch, den Zugang zu einer Abtreibungsklinik zu blockieren, nicht von der Gruppe gebilligt wurde. Red Rose Rescue erklärte, die Mitglieder könnten sich außerhalb der Organisation für das Leben einsetzen, aber sie handelten allein. “Jede Abtreibung, die auf dem Gelände von Planned Parenthood durchgeführt wird, ist ein vorsätzlicher Mord an einem unschuldigen Menschen”, fuhr Moscinski in seiner Erklärung an den Richter fort. “Darüber hinaus fügen diese blutigen und gewalttätigen Handlungen auch der Mutter des Kindes schweren mentalen und psychischen Schaden zu. Alles, was ich damals und heute getan habe, dient einzig und allein dem Zweck, die Ermordung wehrloser Kinder und die Verletzung ihrer Mütter zu verhindern. Der Franziskanermönch kritisierte auch das FACE-Gesetz. “Dieses Pseudo-Gesetz versucht, die Tötung ungeborener Kinder unter dem euphemistischen und orwellschen Begriff ‘reproduktive Gesundheitsfürsorge’ zu tarnen”, sagte Moscinski. “Ich bin nicht schuldig, gegen dieses Gesetz verstoßen zu haben, denn es kann nur als null und nichtig angesehen werden, da es versucht, Handlungen rechtlich zu schützen, die von Natur aus böse und ungerecht sind”. Moscinski bat Tiscione, “die Ungerechtigkeit, die dieses Gericht begangen hat, etwas zu mildern”, indem er ihm die mildeste Strafe auferlege, die möglich sei. Stattdessen verhängte der Richter die härteste Strafe und begründete sie mit seinen früheren Verhaftungen wegen seines Engagements für die Abtreibung. Der Priester hatte sich am Morgen des 7. Juli 2022 in der Klinik von Planned Parenthood of Greater New York in Hempstead, New York, für Abtreibungen eingesetzt. Er habe die Klinik für etwa zwei Stunden lahmgelegt, indem er Schlösser und Ketten am Eingang angebracht und einige davon mit Klebstoff überzogen habe, teilte das Justizministerium mit. Nachdem Feuerwehr und Polizei die Schlösser durchtrennt hatten, legte sich Moscinski vor den Eingang, um Autos daran zu hindern, durch das Tor zu fahren, heißt es in einer Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft. Moscinski wurde bereits in der Vergangenheit wegen seines Pro-Life-Aktivismus verhaftet, aber dies ist das erste Mal, dass er wegen eines Verstoßes gegen das FACE-Gesetz für schuldig befunden wurde. Letztes Jahr wurde er wegen Hausfriedensbruchs in einer Abtreibungsklinik verhaftet, nachdem er aus Protest in die Einrichtung eingedrungen war und sich geweigert hatte, sie auf Anweisung des Personals und später der Polizei zu verlassen. Anfang dieses Monats reichte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James eine Klage gegen Red Rose Rescue ein, um Moscinski und anderen Mitgliedern von Red Rose Rescue zu verbieten, sich einer Abtreibungsklinik auf weniger als 30 Fuß zu nähern. Obwohl Moscinskis Verstoß gegen das FACE-Gesetz nicht Teil einer Aktion von Red Rose Rescue war, führte die Generalstaatsanwältin diesen Vorfall als einen der Gründe für die Klage an.

🎥 Stiftung Ja zum Leben und Schwangerenkonflikt-Beratung | Perspektive Leben

Perspektive Leben - Das Magazin (Ep. 9)


🧠 Das Erlanger Baby und die Problematik des Hirntod-Konzeptes bei der Organspende

In der 15. Schwangerschaftswoche verunglückte 1992 eine junge Frau in der Nähe von Erlangen. Bei dem Autounfall erlitt sie ein Schädel-Hirn-Trauma. Aufgrund dieser Verletzung stellten die Ärzte der Universitätsklinik Erlangen den Hirntod fest und entschieden das Leben des vorgeburtlichen Kindes durch medizinisch-technische Unterstützungsmaßnahmen zu retten. Diese Maßnahmen ermöglichten es der hirntoten Schwangeren, ihre Schwangerschaft fortzusetzen. Das sogenannte Erlanger Baby lebte fünf Wochen in seiner hirntoten Mutter weiter, dann starb es.

Die Frage, ob die Neudefinition des menschlichen Todes als Hirntod (Harvard-Report von 1968) dem wirklichen Tod des Menschen entspricht oder nicht, lässt sich anhand dieser Geschichte anschaulich darstellen. Diese Frage ist in Deutschland angesichts der möglichen Einführung der Widerspruchsregelung bei der Organspende für jedermann von großer Aktualität.

Mit dem Internisten L. S. Geisler können folgende Sachverhalte hervorgehoben werden: „Eine Vielzahl biologischer Phänomene [wie z. B. ‘Herz-Kreislauffunktion, Nierenfunktion, Verdauung, Regulierung des Wasser- und Mineralhaushaltes, immunologische Reaktionen und Atmung auf Zellebene’],[1] die an Hirntoten zu beobachten sind, gibt es nur bei Lebenden, und keines davon ist bei Toten feststellbar. Es ist offensichtlich, dass beim hirntoten Menschen von einem ‚Ende als Organismus in seiner funktionellen Einheit‘ (Bundesärztekammer) im Hinblick auf die Vielzahl erhaltener, zum Teil integrativer Funktionen seines Körpers (Kreislauf, Immunsystem, hormonelle Leistungen) nicht die Rede sein kann. Das Kennzeichen des Todes, der irreversible Ausfall der von einem Organismus als Ganzem erbrachten Integrationsleistung, liegt offensichtlich nicht vor.“[2] Geisler zeigt auch auf, dass die Befürworter der Identifikation von Hirntod mit dem Tod des Menschen in ihrer Argumentation oft der eigentlichen Frage ausweichen, nämlich, wie es z.B. möglich ist, dass auch eine „tote“ (hirntote) schwangere Frau einem gesunden Kind das Leben schenken kann: „Die längste Schwangerschaft einer Hirntoten betrug 107 Tage. Sie wurde durch Kaiserschnitt von einem gesunden Jungen entbunden, der sich normal entwickelte.“[3]) Der wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer schreibt hierzu: „Das Fortbestehen einer Schwangerschaft widerspricht nicht dem eingetretenen Hirntod der Mutter. Eine Schwangerschaft wird endokrinologisch von der Plazenta und nicht vom Gehirn der Mutter aufrechterhalten.“[4] Geisler bemerkt zu dieser Erklärung: „Nur die entscheidende Tatsache bleibt unausgesprochen: Die Plazenta befindet sich nicht in einem Vakuum oder einem künstlichen Uterus, sondern in einer lebenden Frau und nur deshalb funktioniert sie.“[5]

Was ist der zureichende Grund für das Leben des Menschen?

Ein Argument ist, dass der Hirntote in der Regel eindeutige, dem natürlichen biologischen Lebendigen eigene Charakteristika, wie z.B. Wachstum, Körpertemperatur, Erzeugung von Keimzellen etc.[6] aufweist und somit lebt, da es menschliches Leben ohne ein zugrundeliegendes einfaches und unteilbares Lebensprinzip nicht geben kann. Wäre ein irreversibles Hirnversagen die direkte Ursache für die Trennung von Leib und Lebensprinzip, wie das manche aufzufassen scheinen, so dürfte der Hirntote diese Charakteristika des biologischen Lebens eben nicht aufweisen. Da dies aber der Fall ist, denn andernfalls wäre ein Hirntoter nicht fähig, lebende Organe zu spenden, muss der Hirntote durch das menschliche Lebensprinzip belebt sein und ist somit nicht wirklich tot. „Der lebende Körper ohne funktionsfähiges Gehirn ist nicht ein Sack voll lebendiger Organe, sondern ein hochkomplexes System, das viele Subsysteme nach wie vor koordiniert. Und diese Einheit stiftende Koordination heißt Leben.“[7] (R. Spaemann)

Dr. Raphael E. Bexten


  1. Geisler, L. S. Ist die Hirntod-Definition aus biologisch-medizinischer Sicht plausibel? www.webcitation.org/5sUSvmdQU [07.10.2014]. ↩︎

  2. Ebd. ↩︎

  3. Ebd. ↩︎

  4. Bundesärztekammer. Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes, Deutsches Ärzteblatt 95, 30 (1998): A-1861-A- 1868, 53-60. ↩︎

  5. Geisler, L. S. Ist die Hirntod-Definition aus biologisch-medizinischer Sicht plausibel? www.webcitation.org/5sUSvmdQU [07.10.2014]. ↩︎

  6. Vgl. Shewmon, D. Alan. You only die once, 470-471. ↩︎

  7. Spaemann, Robert. General discussion, in: The signs of death, M. S. Sorondo (Hrsg.), Vaticana (2007): 250-291:279. ↩︎


📹 Videorückblick vom Marsch für das Leben in Köln 2024

🚀 Die Stimme für die Stimmlosen erheben


🗣️ Die Macht der Sprache - ein Vortrag von Cornelia Kaminski

„Die Macht der Sprache“
Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.) spricht am 03.09. 2024 in der Stadthalle Olpe zum Thema „Die Macht der Sprache - Dichtung und Wahrheit in der Abtreibungsdebatte“ Der Veranstalter des Forums ist die KAB Olpe/Siegen.

📢 Kongress Leben.Würde: 9-11. Mai 2025

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