Marschzeitung 2023

Marschzeitung 2023

Mit zum ersten Mal in der Geschichte des Bundesverbands Lebensrecht zwei parallelen Märschen für das Leben antworten wir auf die bisher verheerende bioethische Bilanz der Bundesregierung. Nicht nur, aber auch wegen der nun erlaubten Werbung für Abtreibung sind die Abtreibungszahlen 2022 um fast 10 Prozent gestiegen; auch die Abtreibungsquote, der Anteil unter 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter, die zu einer statistisch erfassten Abtreibung gingen, stieg zum ersten Mal seit vielen Jahren massiv: von 56 auf 62. Die Politik, die dies mit zu verantworten hat, reagiert mit Stillschweigen, mit kompletter Verdrängung. Wir reagieren unter anderem mit der Verdoppelung unserer wichtigsten Großveranstaltung: Der Marsch für das Leben findet erstmals in Berlin und gleichzeitig in Köln statt. Damit bieten wir noch mehr Menschen die Möglichkeit, für das Lebensrecht aller auch auf die Straße zu gehen. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht Abtreibung nach wie vor kritisch, 54 % sprachen sich in einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Mai dafür aus, § 218 StGB aufrechtzuerhalten – den die Koalition aus rein ideologischen Motiven abschaffen will. Vor allem junge Menschen wenden sich an uns und unsere Vereine: Sie wollen wissen, worum es wirklich geht, wollen Fakten, Zahlen, lebensbejahende Lösungen. Wir freuen uns sehr, dass es eine so aktive Jugendbewegung in unseren Reihen gibt – auch das zeigt, wie zukunftsweisend, wichtig und sinnvoll der Einsatz für das Lebensrecht ist.

Alexandra Maria Linder

All dies sähe ohne die jahrzehntelange Arbeit der seriösen Lebensrechtsbewegung anders aus: Jugendliche fänden weder Vereine noch Personen vor, die ihnen Faktenwissen, Erfahrung und Möglichkeiten des Engagements für die Menschen vermitteln könnten. Frauen im Schwangerschaftskonflikt fänden, wie in anderen Staaten längst der Fall, weder eine gute Beratung noch Unterstützung für eine Alternative zur Abtreibung. Manche Menschen am Ende ihres Lebens hätten, wie zum Beispiel in den Niederlanden, nur noch die Wahl zwischen assistiertem Suizid und Euthanasie.

Wir haben eine Kampagne zum § 218 gestartet (#218ZukunftstattAbtreibung). Wir verstärken unsere Hilfs- und Beratungsangebote. Stetig bringen wir neue Aspekte, Studien und Argumente in die Debatte ein, zum Beispiel in Artikeln, Vorträgen, auf unseren Fachtagungen, in Stellungnahmen und Diskussionen. Wir danken Ihnen, dass Sie diese Arbeit unterstützen, und freuen uns, wenn Sie weiter dabeibleiben!

Ihre Alexandra Maria Linder

Vorsitzende


Vorstellung der Jugend für das Leben

Unsere Zukunft ist Pro Life! Werde Teil einer wachsenden Bewegung!

Die Jugend für das Leben ist Deutschlands größte Pro Life-Jugendorganisation und mit der ALfA Mitglied im Bundesverband Lebensrecht. Immer mehr junge Leute werden Teil einer Gemeinschaft, die sich für das Lebensrecht aller einsetzt – ob geboren oder ungeboren, jung oder alt, krank oder gesund. Von der Befruchtung bis zum letzten Atemzug.

Wir engagieren uns auf verschiedenen Ebenen:

In der Bildungsarbeit – für die Fakten im Lebensrecht

Unsere Bildungsarbeit umfasst lehrreiche Zoom-Veranstaltungen (WISSENWERT.LEBENSWERT.) und unseren neu etablierten Debattierabend (Pro Life Arena). Zusätzlich bieten wir 7Weeks, ein Bildungsprogramm für zu Hause, an. Die Teilnehmer lernen in der individuell eingeteilten Zeit alles rund um das Lebensrecht.
Außerdem bieten wir vor Ort oder online Vorträge für Schulen, Gemeinden, Gruppen oder Freundeskreise an.


Mitglieder der Jugend für das Leben in Berlin

In der Öffentlichkeitsarbeit – für das Leben einstehen

Wir gehen für die Schwächsten und für Schwangere in Not in die Öffentlichkeit. Man trifft uns als Aussteller auf Veranstaltungen und Kongressen sowie im Internet auf vielen Social Media-Plattformen an.

Weiterhin treten wir mit unseren Pro Life City-Touren in die Öffentlichkeit, wo wir unsere Rosen verteilen, an denen wir unsere Pro Life-Botschaft befestigen: „Wir unterstützen Frauen im Konflikt mit finanzieller, praktischer und mentaler Unterstützung – #SupportWomen.“ Auch unsere Gummibärchen kommen gut an, mit deren Hilfe die Menschen aufgeklärt werden, dass ein Gummibärchen ziemlich genau so groß ist wie ein Baby in der 9. SSW.

Für das Recht auf Leben gehen wir nicht nur anlässlich der Pro Life City-Touren auf die Straße. Wir sind auch auf Deutschlands großen Pro Life-Märschen in Berlin, Köln und München vertreten. Dabei bieten wir ein interessantes Rahmenprogramm mit verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Vorträgen an. Und natürlich sind wir eine Gemeinschaft mit viel Freude und Engagement für das Leben.

Interesse? Unterstütze uns und werde Teil einer wachsenden Bewegung für das Lebensrecht aller!
kontakt@jugendfuerdasleben.de


„Wie schön, dass du nicht mehr schwanger bist?“

Plädoyer für einen neuen Aspekt in der Abtreibungsdebatte

Nicht nur in Deutschland werden ideologische Debatten zusehends aggressiver geführt, immer unnachgiebiger werden Positionen, die nicht erwünscht sind, konsequent aus dem öffentlichen Raum verbannt. Es ist einfacher, den Gegner mundtot zu machen, als ihm mit Argumenten zu begegnen. Auch in der Lebensrechtsdebatte gilt: Auf jeder Seite fühlen Menschen sich im Recht. Die einen finden es richtig und gut, dass Frauen ungehindert noch bis zum Ende der Schwangerschaft ihr ungeborenes Kind abtreiben können sollen. Die anderen halten das für böse und schlecht. Wir streiten uns oft genau darum: Was ist gut, was ist richtig? Einigkeit ist nicht in Sicht, die Positionen stehen sich unversöhnlich gegenüber.

Ästhetisch und schön: ein Kind vor der Geburt

Vielleicht sollten wir einen ganz anderen Aspekt verstärkt in die Debatte einbeziehen, der, wenn ihm genügend Bedeutung beigemessen wird, unsere Welt bereichert und eine mögliche Einigung oder Lösung erleichtert: Es ist die Auseinandersetzung darüber, was schön und was hässlich ist. Und siehe da: Es ist nicht schwer, Einigkeit zu erzielen. Niemand findet Abtreibungen schön. Niemand sieht eine Ästhetik in einem getöteten ungeborenen Kind. Niemand erzählt begeistert von der Kunstfertigkeit, mit der der Arzt das Ungeborene aus dem Leib der Mutter herausgerissen und zerstört hat – ganz anders als etwa bei einer gelungenen Operation, bei der ein geschickter Chirurg nur eine kleine Narbe hinterlassen und den Patienten geheilt hat.
„Wie schön, dass es dir wieder gut geht!“, ist eine ganz normale Reaktion darauf. Sagt dagegen irgendjemand: „Wie schön, dass du nicht mehr schwanger bist!“?

Abtreibungen sind hässlich. Darüber müssen wir mehr reden. Gerade jetzt, wo eine Regierung in Deutschland sich anschickt, die Menschen in zwei Güteklassen einzuteilen: in solche, deren Tötung eine Straftat ist, und solche, deren Tötung legal ist.

Cornelia Kaminski, BVL-Vorstand und Bundesvorsitzende der ALfA


Hochkarätige Tagung und Festakademie

BVL richtet Akademie zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. Manfred Spieker aus

Am 22. April diente die Fachtagung „Orientierung am Lebensrecht statt normativer Beliebigkeit“ in Osnabrück auch zum Anlass, einen Vorreiter und Verfechter des Lebensrechts, den Sozialethiker Prof. Dr. Manfred Spieker, zu würdigen. Anlässlich seines 80. Geburtstags drei Wochen zuvor bot die jährliche Veranstaltung zum Auftakt der Woche für das Leben einen guten Rahmen dafür.

Prof. Dr. Manfred Spieker bei seiner Rede

Nach einem Grußwort der Vorsitzenden Alexandra Linder hob Mechthild Löhr, Ehrenvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), in der Laudatio das beeindruckende akademische, gesellschaftliche und persönliche Wirken Manfred Spiekers als „unerschrockener Ankläger eines Krieges gegen das ungeschützte Leben“ und überzeugter Lebensrechtler hervor. Die über hundert Teilnehmer diskutierten zuerst den philosophischen Vortrag „Alles erlaubt, was möglich ist?“ von Prof. Dr. Christoph Böhr und danach den Beitrag des Moraltheologen Prof. Dr. Peter Schallenberg, „Du aber wähle das Leben!“, über den Lebensschutz in der Sozialethik und das Naturrecht. Prof. Dr. Jörg Benedict, Professor für europäisches Privatrecht, Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie, betonte die Notwendigkeit, dass Weisheit und Gerechtigkeit die Politik leiten müssten, um dabei zu helfen, stets das Richtige zu finden und Unrecht zu vermeiden. Eine Transformation des Rechts erfolge nicht sprunghaft, sondern zunächst durch die Sprache, dann durch das Denken. Dazu seien aktuell Begriffe wie „reproduktive Gesundheit“ ein Beispiel: „Wenn eine Bastion durch Begriffsverwirrung eingerissen ist, ändert sich das Recht.“

Die Vorträge der Festakademie sind in voller Länge auf unserer Website einsehbar.


„Wir haben unser Kreuz zum Leben gesetzt.“

Lebensrecht ist eine bewusste Entscheidung

Als DDR-Bürger habe ich mich um so manche Volkskammerwahl gedrückt – wozu ein Kreuz machen, wenn es keine Entscheidungsmöglichkeit gibt? Heute setzen wir mit unserer Anwesenheit beim Marsch für das Leben ein bewusstes Kreuz der Entscheidung. Es geht um die Entscheidung, dass jedes Menschenleben wertvoll ist.

Artikel 1 des Grundgesetzes sagt klar und deutlich: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Wer die Tötung von Menschen im Mutterleib straffrei stellen will, als legale Handlung schönredet, negiert den Wert jedes Menschen. Und wer Ärzte verpflichten will, bei der Tötung von Menschen mitzuwirken, verkehrt das ärztliche Ethos in sein Gegenteil.

Kind mit Down-Syndrom: Es darf keine Aufrechnung zum Lebenswert eines Menschen geben.

Wir sind auf dem Marsch, weil wir unser Kreuz zum Leben setzen – ohne Wenn und Aber! Wir weigern uns, vor dieser Entscheidung zum Leben die Gewinnfrage zu stellen. Natürlich wissen wir, dass jedes Leben Licht- und Schattenseiten hat, aber wir verweigern uns dem Ansinnen, Freude und Leid, Gewinn und Verlust aufzurechnen. Denn eine solche Rechnung würde dazu führen, dass das Ergebnis in manchen Fällen „nicht lebenswert“ hieße. Wem steht eine solche Fallbewertung zu? Als letztes Politikern und Gesetzgebern. Denn sie sind dazu eingesetzt, für alle Menschen Gutes zu entscheiden, auch für die, deren Existenzberechtigung in Frage gestellt wird! Darum sagen wir ein grundsätzliches JA zum Leben. Und wir fordern dieses JA auch von der Politik. Es ist nicht bequem, es bedeutet die Annahme der Menschen mit Handicap, der Menschen im Embryonalstadium, der Menschen in der Sterbephase. Das kostet unser aller Bereitschaft zur Nächstenliebe. Und es kostet Geld, zum Beispiel, wenn man Kindergeld bereits in der Schwangerschaft auszahlt.

Der christliche Glaube sieht seit 2.000 Jahren im Kreuz das große JA zum Leben. Es ist Gottes JA, das Gesetze und Kulturen überdauert.

Albrecht Weißbach, Pastor der EmK und Geschäftsführer KALEB e.V.


Termine und Veranstaltungen

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20. April 2024 ・Fachtagung zur Woche für das Leben, Köln
21. September 2024 ・Marsch für das Leben

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