Weihnachtsbrief 2025
Liebe Mitstreiter und Unterstützer unserer Lebensrechtsarbeit,
anhängend finden Sie unseren Weihnachtsbrief 2025.
Ganz herzlichen Dank für alles, was Sie in diesem Jahr getan und gegeben haben! Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und unsere Zusammenarbeit für das Recht auf Leben und die Menschenwürde auch im nächsten Jahr.
Der Vorstand, die Mitarbeiter und Ehrenamtler des Bundesverband Lebensrecht wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit, Gesegnete Weihnachten und ein hoffnungsvolles Neues Jahr!
Mit herzlichen Grüßen,
Ihre
Alexandra Maria Linder M.A.
Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.
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Am Ende des Jahres können wir auf erfolgreiche Märsche für das Leben im September (Berlin und Köln) mit großer Resonanz zurückblicken. Außerdem auf einen hochkarätigen II. Leben.Würde-Kongress im Mai, der in dieser Form im deutschsprachigen Raum einzigartig ist. Hinzu kommen Fachvorträge, Interviews, Artikel, Gespräche, Pressemitteilungen, Newsletter, Internet und vieles mehr: Vorstand, Mitarbeiter und Ehrenamtler unseres Verbandes haben sich erneut mit großem Engagement für das Lebensrecht eingesetzt.
In Bezug auf Abtreibung fordern wir aktuell eine vollständige Statistik, gründliche Motivforschung und die Qualitätsprüfung der Schein-Beratungsstellen. Denn die Abtreibungszahlen sind hoch und offenbar werden Frauen im Schwangerschaftskonflikt zunehmend im Stich gelassen. Die Wahl einer Richterin ins Bundesverfassungsgericht, die Menschenrechte in Frage stellt, konnte mit vereinten Kräften verhindert werden. Mehrfach wurde medial versucht, uns zu diskreditieren, mit absurden Behauptungen und angeblichen Verbindungen, von denen wir gar nichts wissen. Unsere Antwort: Gelassenheit, Sachlichkeit, Humor. Und das Wissen, dass unsere Arbeit für manche Ideologien offenbar „gefährlich“, also wichtig, effizient, human und ethisch begründet ist. Einen unserer Mitgliedsvereine stellen wir hier vor, das TCLG: ein gutes Beispiel für Hilfe, Information und Vernetzung.

In diesen positiven Rückblick mischt sich die Trauer um Dr. h.c. Martin Lohmann, der von 2009 bis 2017 Vorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht war und Ende November mit 68 Jahren verstorben ist.
Machen wir uns nichts vor: Die Kräfte, die sich gegen Menschenwürde und Lebensrecht verschiedener Personengruppen richten, sind aktiv und großzügig finanziert. Auf europäischer Ebene zum Beispiel mit einer Bürgerinitiative, die Bernhard Weiskirch erläutert. Wie gut, dass wir im Rahmen unserer Mitarbeit bei One of Us auch auf dieser Ebene arbeiten können.
Unser Buchtipp will lebhafte Diskussionen über wirksame Bildsprache anregen – was gut und wichtig ist, um immer wieder über Formate, Veränderungen und neue Zugangsweisen zu reflektieren.
Als spendenfinanzierte Organisation sind wir zutiefst dankbar für Ihre Unterstützung. Ohne Sie wäre diese Arbeit nicht möglich. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch im kommenden Jahr dabei helfen.
Ihnen und Ihren Familien wünschen wir Gesegnete Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!
Alexandra Maria Linder M. A.
Vorsitzende
Kampf zweier Bürgerinitiativen
Lebensschutz in der EU
Folgen von Abtreibung für Frauen: One of Us-Veranstaltung im EU-Parlament
Eine Bürgerinitiative will die EU zur Finanzierung von länderübergreifendem Abtreibungstourismus bewegen. Indes fordern Frauen im EU-Parlament: Mütter brauchen mehr Hilfe, keine Abtreibungen.
Die Europäische Bürgerinitiative My Voice, My Choice (Meine Stimme, meine Entscheidung) will die EU dazu bewegen, die nationalen Gesetzgebungen zum Lebensschutz zu unterlaufen und einen finanziellen Mechanismus für EU-weite Abtreibungen einzuführen: Frauen, die in ihrem eigenen EU-Land nicht abtreiben können, sollen dies auf Staatskosten in EU-Ländern mit „liberaleren“ Gesetzen tun dürfen.

Die Initiative erreichte mit rund 1,2 Millionen Unterschriften gerade das geforderte Quorum von einer Million. Seit Oktober liegen die Unterlagen bei der EU-Kommission, die nun reagieren muss. Folgt die Kommission ihren eigenen Regularien, muss sie die Initiative eigentlich verwerfen: Denn zum einen widerspricht eine EU-weite Abtreibungsfinanzierung den Grundwerten der Menschenwürde und des Rechts auf Leben, wie sie in der EU-Grundrechtecharta verankert sind. Zum anderen ist die gesetzliche Regelung von Abtreibung Angelegenheit der einzelnen Mitgliedsländer. Aus diesem Grund fällt das Thema gemäß EU-Vertrag unter das Subsidiaritätsprinzip und ist von einer EU-weiten Regelung ausgenommen. Beides wirft daher die Frage auf, warum eine Initiative, die gegen diese Prinzipien verstößt, überhaupt zur Zeichnung zugelassen wurde.
Darüber hinaus bekennt sich ein weitaus größerer Teil der Bürger der EU-Mitgliedsländer zum Lebensschutz. Schon 2014 hatten rund 1,9 Millionen Menschen im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative One of Us einen besseren Schutz von vorgeburtlichen Menschen im embryonalen Alter gefordert. Aus der damals trotz Zuständigkeit der EU und trotz Erfüllung aller Anforderungen von der Kommission nicht weiter behandelten Initiative ist inzwischen eine europäische Föderation geworden, der auch der Bundesverband Lebensrecht angehört. Zuletzt unterstützte One of Us Mitte Oktober einen eindringlichen Appell von Frauen mit Abtreibungserfahrung an das EU-Parlament:
„Europa behauptet, die Menschenrechte zu garantieren, aber Tausende von Frauen werden gezwungen, sich zwischen dem Dasein als Mutter und dem Überleben zu entscheiden“, kritisierte zum Beispiel Leire N. aus Spanien gegenüber den anwesenden Parlamentariern. Zusammen mit vier weiteren Frauen berichtete sie von Konflikten, Angst vor der Zukunft, fehlender Unterstützung, mangelnder Aufklärung über Risiken und massivem Druck zur Abtreibung. Rund 300 Teilnehmer aus 20 Ländern nahmen an der Veranstaltung teil und zeigten sich tief bewegt von den Aussagen der Frauen, die ihre Erfahrungen teils nur unter Tränen schildern konnten. Tonio Borg, ehemaliger EU-Kommissar für Gesundheit und Präsident von One of Us, fasste zusammen, was Frauen im Schwangerschaftskonflikt wirklich brauchen: mehr Unterstützung und ein Ende des Wegschauens.
Bernhard Weiskirch, Stiftung Ja zum Leben
„Sehen heißt verstehen“ von J. Van Maren
Buchbesprechung
In einer visuell geprägten Welt, in der Bilder oft mehr sagen als tausend Worte, legt Jonathon Van Maren mit „Sehen heißt verstehen“ ein mutiges und aufrüttelndes Werk vor. Der kanadische Autor und Aktivist untersucht darin eine zentrale Frage der Lebensrechtsbewegung: Warum muss unsere Gesellschaft sich den Opfern von Abtreibungen stellen? Und zwar buchstäblich, durch visuelle Konfrontation.
Van Maren argumentiert überzeugend, dass Abtreibung vor allem deshalb gesellschaftlich akzeptiert wird, weil ihre Opfer unsichtbar sind: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Diese Redewendung wird zur zentralen Diagnose einer Kultur, die durch ein „Massaker unvorstellbaren Ausmaßes schlafwandelt“. Das Buch zeigt auf, wie die Abtreibungsindustrie systematisch daran arbeitet, vorgeburtliche Menschen durch Euphemismen wie „Schwangerschaftsgewebe“ im Verborgenen zu halten.

Die Stärke des Buches liegt in seiner historischen Perspektive. Van Maren zieht Parallelen zu vergangenen Menschenrechtsverletzungen von William Wilberforces Kampf gegen die Sklaverei bis zur Bürgerrechtsbewegung in den USA. Immer wieder zeigt die Geschichte: Sichtbare Ungerechtigkeit wird unerträglich. Erst als die Brutalität der Sklaverei, die Schrecken des Holocaust oder die Gewalt der Rassentrennung durch Bilder dokumentiert wurden, begann sich das öffentliche Bewusstsein zu wandeln.
Das Werk beantwortet gründlich die Einwände gegen den Einsatz von Fotos von Abtreibungsopfern und präsentiert statistische Belege für deren Wirksamkeit. Van Maren schreibt mit der Dringlichkeit eines Menschen, der überzeugt ist, dass visuelle Wahrheit transformative Kraft besitzt. Seine Botschaft ist unbequem, aber logisch: In einer visuellen Generation braucht es visuelle Beweise, um Herzen und Gedanken zu verändern. „Sehen heißt verstehen“ ist mehr als ein Strategiebuch für Lebensrechtler. Es ist ein Appell an unsere Gesellschaft, sich einer verdrängten Realität zu stellen und die Würde jedes menschlichen Lebens anzuerkennen.
Andreas Düren, sundaysforlife e.V.
Sehen heißt verstehen
Warum unsere Gesellschaft sich den Opfern von Abtreibungen stellen muss
sundaysforlife e.V., Augsburg 2025
188 Seiten, DIN A 5
ISBN 978-3-00-082447-0
„Schatz, wir schaffen das!“
Wenn aus Angst Hoffnung wird …
Angst ist einer der Hauptgründe für Abtreibungen. Die Ursachen dieser Ängste sind vielfältig. Weit verbreitet ist z.B. die Angst des Vaters, die Verantwortung für sein vorgeburtliches Kind zu übernehmen. Leider entledigt er sich dieser oft, indem er sich der Verantwortung der Vaterschaft entzieht und der Partnerin die Abtreibung des gemeinsamen Kindes nahelegt, sie unter Druck setzt ...
Wie aber kann aus der Angst Hoffnung werden? Oft reichen schon vier Worte: „Schatz, wir schaffen das!“ Diese Worte können alles verändern. Sie lassen Schwangerschaft und Kind in einem neuen Licht erscheinen. Es ist auf einmal keine Bedrohung mehr, sondern Herausforderung und Chance. Diese Worte geben Halt und Zuversicht, da sie Ausdruck einer Haltung von Verantwortung und Liebe sind. Sie ermöglichen der Beziehung zu reifen, in Wahrheit und Liebe, mit dem gemeinsamen Kind.
Das Ja zum Leben, das Ja zur Mutterschaft und zur Vaterschaft ist Ausdruck gelebten Vertrauens und Optimismus in das Leben und die Zukunft. Wer dem Leben eine Chance gibt, bekommt immer mehr, als er gibt! Das gilt nicht nur für die Gesellschaft, die mit immer weniger Kindern nicht lange wird fortbestehen können, sondern auch für Vater und Mutter. Kinder sind Geschenk, Hoffnung und Chance, das galt nicht nur früher – das gilt immer. Auch wenn alles aussichtslos erscheinen mag: Die Hoffnung muss nicht sterben, ebenso wenig wie das Kind.
Eine viel zu selten genutzte Perspektive ist die Adoption. Wie viele ungewollt kinderlose Paare würden sich darüber freuen? Einer, der genau dies mit seinem Leben bezeugt hat, ist Steve Jobs. „Meine leibliche Mutter war eine junge, unverheiratete Uniabsolventin und sie entschied sich, mich zur Adoption freizugeben“, so Jobs – hören Sie selbst.
Dr. Raphael Bexten, Referent beim BVL
Zum vollständigen englischsprachigen Transkript von Jobs Motivationsrede in Stanford
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Netzwerk und Beratung – das TCLG
Das „Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen e.V.“ = TCLG ist eine Vereinigung von Christen, denen der Lebensschutz eines jeden Menschen ein Herzensanliegen ist. Wir gehören zu unterschiedlichen christlichen Gemeinden, Einrichtungen, Initiativgruppen und Organisationen und kommen aus verschiedenen Berufsgruppen wie Hebammen, Pastoren, Ärzten u.v.m. Das TCLG-Netzwerk verbindet Aktive und Multiplikatoren, die diakonisch, karitativ, seelsorgerlich, meinungsbildend, politisch, juristisch, medizinisch oder auf andere Weise für das Recht jedes Menschen auf Leben eintreten. Neben dem Schutz von noch nicht geborenen Kindern und der praktischen Unterstützung für Schwangere und Familien reicht unser Dienst auch in Fragen der Sexualethik, Sterbehilfe, Bioethik, embryonalen Stammzellforschung, des Klonens etc. hinein.

Wir setzen uns dafür ein, dass Betroffene Hilfe zum Leben erfahren und in unserer Gesellschaft ein Umdenken stattfindet. Die hier verbundenen Gruppen bieten, je nach Schwerpunkt, Hilfen für schwangere Frauen in Krisensituationen und materiellen Nöten für ihre noch nicht geborenen Kinder, für Frauen nach Geburt, Fehlgeburt, Totgeburt oder Abtreibung sowie bei Gewalt gegen Frauen und in juristischen und seelsorgerlichen Fragen an.
Wir unterstützen Initiativen, Interessierte oder Engagierte, die keiner größeren Organisation angehören, durch Arbeitshilfen und Vermittlung von Informationen und fördern und verbreiten Lebensrecht-Aspekte, zum Beispiel durch Infostände und Vorträge. Zudem fungieren wir als Kontaktstelle und helfen bei der Neugründung von Lebensrecht-Initiativen oder bei der Suche nach einer passenden Gruppe. Mitbeteiligt sind wir an der Herausgabe der Online-Übersicht „Hilfreiche Adressen“ für Frauen, Männer und Familien in Not und andere Ratsuchende. Mindestens einmal im Jahr richten wir unser Lebensrecht-Forum aus, bei dem wir Raum für Kennenlernen, Dialog, Austausch, Vernetzung und Weiterbildung anbieten. Weitere Infos sind unter www.tclrg.de zu finden.
Dr. Michael Kiworr, Vorsitzender TCLG
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