Was kostet ein Mensch?
Die sogenannte Leihmutterschaft ist gerade hochaktuell. Nachdem die letztes Jahr gescheiterte Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht, Frau Brosius-Gersdorf, sich für die Legalisierung ausspricht (das bestehende Verbot sei angeblich nicht mit dem Grundgesetz vereinbar), sind wir umso dankbarer, dass dieser Posten anders besetzt wurde.
Was steht wirklich hinter diesem Begriff?
21 bis 35 Jahre alt, gesunder Body Mass Index, mindestens ein gesundes Kind mit komplikationsloser Schwangerschaft, keine Tattoos oder Piercings, zwölf Monate ohne Antidepressiva, mentales Gesundheitsscreening, keine Essstörungen. Das sind nur einige der vertraglichen Bedingungen, unter denen man für Menschen, die keine Kinder austragen können oder wollen, als Gebärmaschine zur Verfügung stehen darf. Man muss es leider so nennen. In den USA lassen berühmte Schauspielerinnen Kinder von anderen Frauen austragen, um ihrem perfekten Körper keine Schwangerschaft zuzumuten. Es geht nicht um Mitleid oder Nothilfe für Paare, die keine Kinder bekommen können. Es geht um ein milliardenschweres Geschäft (mindestens 22 Milliarden US-Dollar jährlich weltweit) mit Werklieferungsverträgen für das perfekte Kind zum richtigen Zeitpunkt.
Außerdem steht in solchen Verträgen ein Stillverbot - damit keine noch stärkere Bindung zum Kind aufgebaut wird. Weiterhin, dass die Frauen zur Abtreibung verpflichtet sind, wenn das Kind nicht den gebuchten Qualitätskriterien entspricht, also zum Beispiel das Down-Syndrom oder eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hat. 2014 gab es einen Fall in Thailand, wo ein australisches Ehepaar Zwillinge bestellt hatte, aber nur das Mädchen abholte, weil der Junge das Down-Syndrom hat - die starke Mutter, die beide Kinder austrug, zieht den Jungen jetzt selbst groß, hat für ihn aber kein Honorar bekommen. Thailand zog ebenso wie Indien ab 2015 daraus die Konsequenz, ihre Frauen nicht mehr als Gebär-Sklavinnen für ausländische Kunden ausbeuten zu lassen und das sogenannte Baby farming zu beenden.
Von den Gesundheitsgefahren für die austragende Frau und das Kind spricht man ebenfalls ungern. Vor allem, da das Kind genetisch fremd ist und die Schwangerschaft nicht natürlich entsteht, sind Schwangerschafts-Diabetes, Bluthochdruck, Fehllage der Plazenta, Frühgeburt, geringeres Geburtsgewicht, Präeklampsie, epileptische Anfälle, Hirnblutungen, Leberriss und Totgeburt häufiger als bei natürlichen Schwangerschaften. Auch vom Kindeswohl spricht niemand. Hier wird ein Kind auf Bestellung produziert, qualitätsgeprüft, bewusst unmittelbar nach der Geburt traumatisiert und in genetisch wie familiär fremde Hände und Konstellationen gegeben.
Fazit: Die sogenannte Leihmutterschaft ist menschenverachtend und fällt in den Bereich der Eugenik. Sie gehört weltweit verboten.